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LXP vs LMS: Konvergenz anstatt Konkurrenz

Die Frage, ob eine LXP oder eine LMS für das digitale Lernen im Unternehmen zum Einsatz kommen soll, beschäftigt derzeit L&D-Verantwortliche aufgrund einiger aktueller Diskussionen in der Branche. Doch beide Varianten haben ihre Vorteile, so dass eine Auslese nicht förderlich ist. Vielmehr ist eine Konvergenz gefordert, eine Annäherung beider Plattformtypen; ein selbstbestimmtes Lernen in LXP-Manier sowie die gesteuerte Learning Journey, wie sie über eine LMS ermöglicht wird.

Experience: Learning Content entdecken

Die Hauptaufgabe einer LXP ist, dem Lernenden zu ermöglichen, Content zu entdecken und anhand von Empfehlungen den richtigen Inhalt zu finden. Im Vordergrund einer LXP steht immer die User Centricity. Im Vergleich hierzu dient eine Learning-Management-Plattform dem Management und Ausspielen von Kursen, die von Experten entwickelten Lernpfaden folgen. Bei einer LXP werden solche Lernpfade automatisiert und häufig personalisiert erstellt, indem eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Fähigkeiten erfolgt. Bei einem LMS werden die Inhalte passgenau zur Zielsetzung eines Unternehmens kuratiert bzw. sogar dafür entwickelt.

-> Die Mission einer LXP besteht also darin, Lerninhalte zu indexieren, damit Lernende genau die Lerninhalte finden, die sie für die Erreichung ihrer Lernziele benötigen. Es ist also eine vom Lernenden selbstgesteuerte statt zentral organisierte Learning Journey. Eine LXP-Plattform kann dabei eine große Bandbreite an Inhalten bereithalten wie auch externen Content, sei es TED Talks oder auch Podcasts.

Aufklärung und Kommunikation extrem wichtig

Bei LXPs kommt häufig Standard-Content zum Einsatz, der nicht speziell auf ein Unternehmen oder ein Team zugeschnitten ist. Dies ist erforderlich, da natürlich eine große Menge Content verfügbar sein muss, um überhaupt automatisiert Inhalte für einzelne Lerner empfehlen zu können. Dabei wird der Lerner oft allein gelassen – warum die vorgeschlagenen Inhalte relevant sind und wie sie sich auf das eigene Unternehmen oder Arbeitsumfeld beziehen, wird nicht erklärt.

Aufgrund unserer Erfahrung wissen wir aber, dass es extrem wichtig ist, dass Lernende wissen müssen, warum sie in einer neuen Umgebung ihre Zeit mit Lernen verbringen sollen. Erst wenn das Warum klar ist, sind Lernende bereit, überhaupt in einer solchen Umgebung zu agieren.

-> Man kann also das beste LXP im Unternehmen im Einsatz haben, aber wenn die Lernenden nicht wissen, warum sie damit Zeit verbringen sollen und was all dies für ihre Arbeit bedeutet, wird keine Veränderung im Unternehmen in Punkto Weiterbildung und digitales Lernen stattfinden.

Es braucht eine starke Lernkultur im Unternehmen

Die Nutzung einer LXP verlangt von den Lernenden eine hohe Eigenmotivation und -organisation ab. Um diese zu gewährleisten braucht das Unternehmen eine starke Lernkultur. Ansonsten wird das reine Zurverfügungstellen von Lerninhalten in einer LXP schnell zur Fehlzündung.

Aktives Lernen, bei dem der Lerner neues Wissen auf die eigene Arbeitswelt bezieht und auch eine Anwendung erfolgt, ist der Schlüssel zu einem Lernerfolg. Diese Elemente sieht ein LXP im klassischen Sinne nicht vor, und sie müssen zusätzlich konzipiert und bedacht werden.

-> Die Kombination aus LMS und LXP ist daher zukünftig der aussichtsreichste Weg. Hier können sich die Stärken der Plattformen ergänzen: Die freie, Netflix-artige Welt der LXP, die als Ergänzung zu geführten Lernelementen mit vorselektiertem Content, Workshops, Webinaren, Social Learning, oder Gruppenarbeiten via einer LMS eingesetzt wird.

Gerade wenn es um Transformationsprozesse geht, ist es wichtig ein gemeinsames Mindset im Unternehmen zu schaffen, z.B. bezüglich der Offenheit für Wandel oder einer Fehlerkultur. Dazu sind gemeinsam durchlaufene Lernprogramme, die zu einem gewissen Grad auf das Unternehmen abgestimmt sind, essenziell. Ein Austausch unter den TeilnehmerInnen in den Kursen in unterschiedlichen Formaten ist daher essentiell. Soziale Interaktionen/Austausch und der Blick über den Tellerrand hinaus sind für die digitale Weiterbildung extrem wichtig.

Empfohlener Lernpfad und selbstgesteuertes Lernen

Wir bei Headstart Studios glauben daran, dass es auf die richtige Mischung aus empfohlenen Lernpfaden und der Möglichkeit des selbstgesteuerten Lernens ankommt. Ein passgenau auf das Unternehmen zugeschnittener Kurs, der von einer definierten Zielgruppe durchlaufen wird (LMS-Ansatz) lässt sich wunderbar durch individuelle Inhalte, die für den Bedarf des Einzelnen automatisiert zusammengestellt werden (LXP-Ansatz), ergänzen. Das ist aus unserer Sicht aktuell der richtige Weg, auch in Anbetracht der vielfältigen Herausforderungen, denen Unternehmen derzeit gegenüberstehen.

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