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Die Top-Trends der Learning-Management-Systeme

Nicht nur die Kunden, sondern auch die Mitarbeiter eines Unternehmens legen im Zeitalter der Digitalisierung eine steigende Erwartungshaltung an den Tag. Zusammen mit gesetzlichen Vorgaben, dem Wettbewerbsdruck und komplizierteren Produktionen erhöht dies die Komplexität des unternehmerischen Alltags, welcher nur noch mithilfe von softwarebasierten Lösungen zu stemmen ist.

Deshalb sind Learning-Management-Systeme im Bereich des Corporate Learning die zentrale Infrastruktur für die Organisation und Verwaltung von Weiterbildungsmöglichkeiten innerhalb der Organisation.

Learning Managament System Definition

Ein sogenanntes LMS dient dazu mithilfe von Kurseinheiten, Bewertungen und Kommunikationsmöglichkeiten die Mitarbeiter eines Unternehmens gezielt weiterzubilden und für jede Zielperson die richtigen Schulungen bereitzustellen. Learning Management Systeme werden auch häufig als Next Generation Learning Platforms, E-Learning oder Knowledge Sharing Software bezeichnet. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass Mitarbeiter zu jeder Zeit auf beliebige Kursinhalte zugreifen können und fungieren als Schnittstelle zwischen Lehrenden und Lernenden.

Vorteile eines Learning Management Systems

Der Einsatz von LMS fördert das einheitliche Lernen. Der Inhalt des Kurses ist durch das System zentralisiert und alle Mitarbeiter haben Zugriff auf dieselben Inhalte, Aufgabenstellungen und Tools. Alle sind zu jeder Zeit und an jedem Ort in der Lage sich auf den neuesten Stand zu bringen. Auch für die Führungsebene ist es einfacher den Lernerfolg des Einzelnen nachzuvollziehen in dem das System abgeschlossene Kurseinheiten anzeigt.

LMS Kurse können für jede Organisation mithilfe von Text-, Bild- oder Videoinhalten individuell gestaltet und an ihre Bedürfnisse angepasst werden. Je ansprechender die Materialien gestaltet und aufbereitet sind, desto höher ist der Anreiz sich mit ihnen auseinander zu setzen. Nachgewiesenermaßen lernen die Teilnehmer durch die starke Einbindung mithilfe von Templates, Gamifications oder Chatfunktionen deutlich effizienter als mit traditioneller Lernmethoden.

Des Weiteren können Learning-Management-Systeme vom Unternehmen selbst aktualisiert und ergänzt werden, falls es neue Erkenntnisse am Markt gibt, Änderungen durchgeführt oder das Material detaillierter aufbereitet werden soll. Via Email können alle Teilnehmer über das Update informiert werden oder weitere dem Kurs hinzugefügt werden.

Technisch gesehen ist es keine große Herausforderung, E-Learning Systeme in ein Unternehmen zu integrieren. Die Mitarbeitermotivation aber sollte von innen heraus funktionieren, durch den eigenen Anreiz sich weiterzubilden, um im Sinne des lebenslangen Lernens die eigenen Chancen und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu erhöhen.

Learning-Management-Systeme im Unternehmen

Jedes Unternehmen hat unterschiedliche Zielsetzungen an seine Lernprozesse gekoppelt. Daraus ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an die Software, die Komplexität der Inhalte und den generellen medialen Aufbau des Kurses. Zu den Grundfunktionen jedes LMS gehören jedoch das Usermanagement, die Administration von Kursdaten sowie die Zuweisung des E-Learning Contents zu definierten Zielgruppen. LMS für Unternehmen müssen aber vor allem dynamischen Prozessen standhalten und sich flexibel den aktuellen Anforderungen der Unternehmensstrategie anpassen.

Besonders relevant für wirtschaftliche Organisationen sind die Funktionen der Seminarverwaltung, das Qualifizierungsmanagement, die individuellen Portalzugänge für beispielsweise Mitarbeiter, Trainer, Führungskräfte, Experten etc. Aber auch die Qualitätssicherung im Rahmen eines Reportings und die Möglichkeit des Feedbacks und Aufstellung von Analysen zum bisherigen Lernerfolg und noch zu schließenden Lücken.

Die Top-Trends der Learning-Managament-Systeme

Gamification und Game Based Learning

Hier wird ein Game-Design genutzt, um den Teilnehmern die Lerninhalte näher zu bringen. Auf spielerische Weise wird sich mithilfe von Quiz-Funktionen und Minecraft das neue Wissen angeeignet. Gamification punktet, neben dem Lerneffekt und Praxistransfer, vor allem in den Bereichen der Mitarbeitermotivation und -bindung.

Axonify

Microlearning

In den USA gerade besonders beliebt ist das Microlearning und seine kleinen Lerneinheiten inklusive der Echtzeitauswertung. Es ist ein handliches Lernformat, welches mit Hilfe von Videos, Games, Quizzes oder Infografiken das Wissen der Teilnehmer schnell und effektiv abfragt und basierend auf den Ergebnissen neue Inhalte vorschlägt. Es eignet sich außerdem auf Grund seines pragmatischen Aufbaus optimal zur Nutzung auf dem Smartphone.

Augmented und Virtual Reality

Um die Attraktivität eines Learning Management Systems zu steigern setzen Entwickler immer häufiger auf Virtual oder Augmented Reality Inhalte. Sie erschaffen einzigartige Lernerfahrungen mithilfe von visuellen Effekten. Virtual Reality ist besonders beliebt, wenn es um Sicherheitsfragen geht: So kann beispielsweise die Räumung eines Gebäudes oder das Löschen eines Öl-Tanks simuliert werden. Aber auch die Konzipierung von Lerninhalten für Menschen mit besonderen Bedürfnissen bietet sich in diesem Rahmen an.

Eddie Kopp @Unsplash

Social Learning

Zum Sozialen Lernen gehören alle Tools und Möglichkeiten, die es dem Einzelnen ermöglichen sich mit Kollegen auszutauschen und zu verbinden. Beispielsweise durch die Nutzung von speziellen Foren, Chat-Funktionen oder Videokonferenzen. Die Bedeutung des Social Learnings im Sinne der lernenden Organisation wächst stetig, weshalb in den meisten LMS Tools zur Zusammenarbeit zur Verfügung stehen.

Personal Learning Environment

Das PLE-Modell orientiert sich einzig an den Vorlieben und Erfahrungen des Lernenden und schafft auf diese Weise individuelle Reize. Es passt sich an die Performance der einzelnen Teilnehmer an und orientiert sich an den selbstgesetzten Lernzielen des Einzelnen.

Blended Learning

Blended Learning ist ein Lernansatz, der die Vorteile von online und offline Modellen kombiniert. In den letzten Jahren hat das E-Learning, gepusht von der Digitalisierung, rasante Fortschritte gemacht. Viele von den oben genannten Formen können im Blended Learning integriert werden. Die meisten Lerninhalte sind mittlerweile unabhängig vom verwendeten Endgerät und Standort abrufbar und 24 Stunden am Tag verfügbar. Dies ermöglicht Unternehmen die Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter ohne den eigenen Arbeitsablauf drastisch zu verändern. Jeder Teilnehmer hat dabei die Kontrolle über seinen eigenen Fortschritt, muss sich selbst organisieren und kann entscheiden in welchem Tempo er vorgeht.

Auch beim Blended Learning wird das E-Learning zwar in den eigenen Workflow integriert, aber mit regelmäßigen festen Veranstaltungen kombiniert. So wird das freie Lernen ergänzt durch den Austausch im Team und einzelne Classes (Online oder Offline), an denen alle teilnehmen. Es findet ein direkter Austausch mit Experten statt und die Mitarbeiter können ihre neuen Fähigkeiten aktiv in das Unternehmen einbringen.

Blended Learning stellt eine Balance dar zwischen dem individuellen Lernen und festen Trainings, die dazu da sind aus der eigenen Komfortzone auszubrechen und sich andere Perspektiven anzuschauen.

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Blended Learning Methoden

Blended Learning ist ein weit gefasster Begriff der für verschiedene Weiterbildungsmethoden eingesetzt werden kann. Einzelne Bausteine wie Online-Tutorials, Webinare, Face-to-Face-Veranstaltungen, Gruppenarbeiten uvm. können unterschiedlich stark integriert werden. Als Unternehmer sollte man deshalb schauen welche Form am besten zu seinem eigenen Geschäftsmodell und seinen Mitarbeitern passt.

Face-to-Face Driver Model

Klassisch orientiert werden bei diesem Modell vor allem Präsenzveranstaltungen durchgeführt, die individuell durch Online-Schulungen ergänzt oder vertieft werden können.

Online Driver Model

Das flexibelste und komplett standortunabhängige Modell setzt zu hundert Prozent auf digitales Lernen. Wie bei unserem Kurs wird hier das Selbststudium auf der Basis von Online Inhalten durchgeführt und von Webinaren, Live Classes und Peer-to-Peer-Ansätzen ergänzt.

Rotation Model

Hier werden aus den Teilnehmern einzelne Gruppen gebildet. Jede Gruppe übernimmt abwechselnd verschiedene Aufgabentypen in verschiedenen Phasen, so kommen sie mit den unterschiedlichsten Lernstilen in Berührung. Vorgegeben durch einen festen Plan, wechseln sich hier E-Learning-Phasen mit Präsenzklassen ab.

Flipped Classroom

Im umgedrehten Klassenraum bereiten sich die Teilnehmer vor der Unterrichtszeit mithilfe von Online-Inhalten vor, so dass in der Präsenzzeit die neu erlernten Fähigkeiten angewendet und mithilfe von Diskussionen, Fallstudien oder Projektarbeiten vertieft werden können.

Vorteile des Blended Learnings

Die Teilnehmer profitieren in hohem Maße von der ausgewogenen Kombination selbstorganisierter Lernvorgänge und festgelegter Präsenzveranstaltungen. So hat jeder die Möglichkeit in seinem eigenen Rhythmus zu Lernen, hat aber trotzdem feste Ziele vor Augen, kann sich mit anderen Mitarbeitern interaktiv austauschen und während der Veranstaltungen Fragen an die Experten richten. Des Weiteren fördert der Einsatz von Blended-Learning-Methoden in jedem Fall die digitalen Kenntnisse und den sicheren Umgang mit digitalen Medien bei den eigenen Mitarbeitern.

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